Alkohol in Tirol
30.000
Tiroler sind alkoholkrank
Rund 30.000 Tiroler sind alkoholkrank -
mindestens 60.000 Menschen in Tirol sind gefährdet. Diese Zahlen sind alarmierend,
die Hintergründe vielfältig.

Mehr Beratungskontakte
Um sieben Prozent sind die Beratungskontakte
des Vereins zur Beratung, Information und Nachsorge von alkoholkranken Menschen,
BIN, im letzten Jahr angestiegen.
Die Steigerung ist laut Obmann Dr. Christian
Haring einerseits darauf zurückzuführen, dass Alkoholabhängige
immer mehr dazu bereit sind, eine Beratungsstelle aufzusuchen. Andererseits
ist er aber auch davon überzeugt, dass die Alkoholproblematik in Tirol
generell steigt.
Viele haben Probleme
Dr. Christian Haring: "Viele Menschen haben Problem mit dem Arbeitsplatz,
Not, Geldnöte oder psychische Probleme. Viele versuchen dann, ihre Probleme
im Alkohol zu ertränken."
Palette der Hilfesuchenden
Es sind nicht nur diejenigen, die am Rande der Gesellschaft leben, die immer
häufiger zur Flasche greifen. Die Palette der Hilfesuchenden spannt sich
vom Arbeitslosen bis hin zum Akademiker. Der größte Anteil der Hilfesuchenden
ist zwischen 31 und 50 Jahre alt. Aber er beobachte auch immer mehr Jugendliche,
die viel und häufig trinken.
Jugend hart umworben
Dr. Christian Haring: "Wenn man von Berichten in Tourismusgemeinden hört,
mit Alkoholexzessen und dass dem Alkohol sehr zugesprochen wird, erkennt man
das Problem. Die Angebote der Wirtschaft sind erheblich, der Markt der Jugend
wurde erkannt und wird mit speziellen Produkten bedient. Dieser Markt wird hart
und erbarmungslos bewirtschaftet."
70 Prozent Chance
Allerdings würden die wenigsten Jugendlichen in eine Abhängigkeit
schlittern, so Haring. Sondern mehr am Wochenende trinken.
Nach einer Beratung ist das Ziel zunächst Entzug und Abstinenz. Danach sollten die Betroffenen in Kleingruppen weiter betreut werden. Dann liegt die Chance, abstinent zu bleiben, bei immerhin 70 Prozent. Tirol bietet übrigens als einziges Bundesland diese Art der Nachsorge an.
Weniger Landesgeld
Zu kämpfen hat der Verein mit den finanziellen Subventions-Kürzungen
von Seiten des Landes: Der Verein erhalte heuer um 30.000 Euro weniger vom Land,
kritisiert der Arzt. Das führe zwangsweise auch zu Kürzungen des Beratungsangebots.
Service-Tel.
Alkoholabhängige und deren Angehörige können sich unter der Nummer:
05223/53636 an den Verein BIN wenden
Verein BIN
Quelle:
ORF, Montag, 04.04.05
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